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Kanal-Kirchen-Wochenend-Kickoff vom 16. Mai 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

endlich ist der Frühling da! Ich kann mich gar nicht satt sehen an dem frischen Grün, das jetzt auf den Wiesen und Feldern Einzug gehalten hat. Das Grau des Winters ist verschwunden und die Natur erstrahlt wieder in leuchtenden, bunten Farben. Die Vögel beginnen neue Nester zu bauen und erste Schmetterlinge und Bienen drehen ihre Runden am sonnigen Himmel.

 "Wie wunderbar sind deine Werke, Gott!", heißt es in Psalm 66,3. Ich finde, die Natur ist eines der wunderbarsten Werke Gottes. Wie schön er jetzt im Frühling Bäume, Sträucher und Blumen erblühen lässt und die Tierwelt wieder zum Leben erweckt. Und auch wir Menschen sind ein Meisterwerk Gottes. Wie wunderbar er uns geschaffen hat mit Händen zum Greifen und Fühlen, mit Füßen, die uns durch das Leben tragen, mit Augen, die sehen, Ohren, die hören, und einer Nase zum Riechen und Atmen. 

Aber in einer Zeit wie dieser, in der Krieg herrscht in Europa und anderen Teilen der Welt, und in der noch immer eine Pandemie unser Leben bestimmt, fällt es auch mir nicht immer leicht, die Schönheit der Schöpfung Gottes zu sehen. Ich frage mich, wieso Menschen grundlos andere Menschen töten oder wieso Krankheit unser aller Leben bedroht. Ich frage nach dem Grund für das Unrecht, das in der Welt geschieht, aber ich finde keine Antwort. Kann ich überhaupt von der Schönheit der Schöpfung Gottes sprechen, wenn doch offensichtlich nicht alles schön ist?!

Ich persönlich finde: Ja, wir müssen sogar immer wieder auf das Schöne und Wunderbare schauen. Denn wenn es eines gibt, was uns in den schweren und unschönen Zeiten trägt, dann ist es Gott, der vieles zwar nicht perfekt, aber letztlich doch alles wunderbar und aus Liebe geschaffen hat. Ich fühle mich getragen in dieser Liebe Gottes, die in den schönen und wunderbaren Dingen erkennbar wird, und dieses Gefühl von getragen-Sein wünsche ich auch Ihnen.

Seien Sie herzlich gegrüßt von

Sandra Reimer, Pastorin in Jevenstedt

 

 

 

Kanal-Kirchen-Wochenend-Kickoff vom 6. Mai 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

"Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser."

Das sind die ersten Worte der Bibel. Sie leiten den sogenannten Schöpfungsbericht ein. Der endet am 6. Schöpfungstag mit den Worten: "Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut."

Wenn ich in diesen Tagen morgens früh die Helligkeit und das klare Licht der Sonne genieße oder abends auf das vielstimmige Zwitschern der Vögel höre, dann entwickle ich wahre Frühlingsgefühle und empfinde ein großes Staunen und eine tiefe Freude über den Frühling, über den Neuanfang nach der Kälte und der Dunkelheit des Winters und über neues Leben. Für mich ist das wie Auferstehung!  

Im Frühling können wir eine Vorahnung von der Größe und Herrlichkeit der Schöpfung erleben, und von Gottes Reich, das schon hier bei uns überall dort beginnt, wo Menschen Gottes- und Nächstenliebe zusammenbringen und in Wort und Tat umsetzen. Weil Jesus auferstanden ist, hat der Tod für uns Christen seine Endgültigkeit verloren. Das gibt uns Kraft und Mut, immer wieder neu anzufangen, Neues zu wagen und uns zum Besseren zu verändern. Es geht.

Friede sei mit uns und mit allen Menschen guten Willens! Vor allem in der Ukraine, im Jemen und in Syrien.

Ihr

Volker Thiedemann, Pastor in Jevenstedt

 

 

 

Kanal-Kirchen-Wochenend-Kickoff vom 29. April 2022

Liebe Leserinnen und Leser!

Diese Woche hat mich ein Wort aus dem 1. Johannesbrief beschäftigt (4. Kapitel, 17f):

Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.

Wir haben Krieg in Europa, schicken Waffen, sammeln und spenden für die Menschen in der Ukraine, die vom Krieg betroffen sind und was viele Menschen umtreibt, das ist Angst.

Ich weiß, dass Furcht und Angst nicht dasselbe ist. Hier aber, glaube ich, spricht Johannes von der Angst. Was wird werden? Wie geht es weiter? Welche Zukunft darf ich hoffen, wenn die Situation jetzt schon so verfahren ist?

In den Nachrichten ist von dem notwendigen „Weg für Putin ohne Gesichtsverlust“ zu lesen. Kann es den geben und wenn nein, was dann?

Was hilft gegen Angst? Das beschäftigt mich seit Wochen.

Johannes sagt, dass die „vollkommene Liebe“ die Angst austreibt.

Das ist doch zumindest ein Ansatz, finde ich: Angst besiegt man durch Liebe und „darin ist die Liebe bei uns vollkommen“, schreibt Johannes weiter, „dass wir Zuversicht haben am jüngsten Tag“.

Ein modernes Kirchenlied sagt es so: Du kannst nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand. Wer sich schon jetzt getragen fühlt, das nehme ich für mich daraus, der muss nicht einmal fürchten zu fallen.

Fühlen Sie sich also behütet,

er, der uns behütet,

tut es aus Liebe!

Ihr Pastor Zimmermann-Stock

 

 

 

Kanal-Kirchen-Wochenend-Kickoff vom 22. April 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

wie ist es Ihnen Ostern ergangen? Kam wie in anderen Jahren so richtig Osterfreude auf? Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Annette Kurschus, hat sich darüber in ihrer Osterbotschaft Gedanken gemacht. Lesen Sie selbst:

"Christ ist erstanden von der Marter alle!": Der Osterhymnus kommt in diesem Jahr nicht mit ungetrübtem Orgelgebraus und Trompetenhall daher. Nur zaghaft bricht er sich Bahn, aus engen Kehlen und bedrückten Seelen. Zu viel Marter. Zu viele Menschen, die niedergestreckt sind, zu viele, die nicht wieder aufstehen: Der Mann, der eben noch sein Fahrrad geschoben hatte, oder jener, der seine Kartoffeln nach Hause tragen wollte. Sie sind mittlerweile begraben, hoffentlich. Hoffentlich hatten sie, wie der hingerichtete Jesus, barmherzige Menschen, die ihre toten Körper zur letzten Ruhe trugen, um sie weinten und ihnen mit hilflosen Händen Gutes taten. Wenigstens das. "Gekreuzigt, gestorben und begraben". Wie Hammerschläge klingen diese Worte des vertrauten Glaubensbekenntnisses, und ihr Echo hallt dieser Tage aus Kiew, Mariupol und Odessa klagend zurück. Und es geht noch tiefer hinab: "Hinabgestiegen in das Reich des Todes". Die Bilder aus Butscha lassen ahnen, wie es dort, in der Hölle, aussieht. In diesem Jahr wird unser Osterjubel leiser sein, sonst wäre er schamlos, ja, er könnte sich anhören, als sei er eine Gotteslästerung. "Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!" Man darf diese Worte nur so in den Mund nehmen, wie man ein Ei in die Hand nehmen würde, aus dem ein Küken schlüpfen will. So vorsichtig, so sacht, wissend, wie zerbrechlich es ist, muss es sein. Und: Ja, es muss sein! So schwer es mir wird, starke Worte von Auferstehung und Leben zu sagen, so unmöglich ist es mir zugleich, sie nicht auszusprechen. Es wäre ein Verrat an den Toten und an den Todtraurigen. Es wäre ein Verrat an Gott selbst. Ein Verrat am Leben, zu dem Gott uns bestimmt und in das er uns durch Christus mit hineingezogen hat. Für immer. Wer, wenn nicht wir, soll denn hoffen für diejenigen, die zum Hoffen zu verzweifelt sind? Und sollen denn die, die morden, das letzte Wort über die Zukunft haben? Soll das der letzte Satz sein, den wir bekennen: "Hinabgestiegen in das Reich des Todes"? Nein. "Am dritten Tage auferstanden von den Toten": Das gilt, und das muss gesagt werden - und wenn der Karfreitag noch so lang ist und der dritte Tag noch so weit entfernt scheint. Ich glaube an die Auferstehung aus dem Tod, an das Ende von Gewalt und Krieg. Und ich wünsche mir, dass es viele sind und dass es mehr werden, die das mit mir zusammen glauben. Jetzt erst recht.

Dem kann ich nichts hinzufügen.

Friede sei mit uns und allen Menschen guten Willens!

Ihr

Volker Thiedemann, Pastor in Jevenstedt

 

 

 

Kanal-Kirchen-Wochenend-Kickoff vom 8. April 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

Bucha - mich ergreift das schlichte Grauen. Der Teufel geht um. In Menschengestalt. Wie können Menschen anderen Menschen nur so etwas antun? Es ist himmelschreiend. Ja, es schreit zum Himmel.

Die Angehörigen der Opfer werden ihr Leben lang nicht darüber hinwegkommen. Und die Täter? Die jungen russischen Soldaten, auch wenn sie auf Befehl handeln, werden ihr Leben lang damit zu tun haben und nicht zur Ruhe kommen. Ihre Schuld wird sie quälen und ihren Seelenfrieden zerstören und damit ihr ganzes Leben.

Manchmal denke ich, Gottes Projekt mit dem Menschen, der frei ist, sich für oder gegen Gott zu entscheiden, für das Gute oder das Böse, für die Liebe oder den Hass, ist fehlgeschlagen. In der Ukraine wird gerade das Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrheit und auf Freiheit und das Recht und die Gerechtigkeit ans Kreuz geschlagen.

So gehen wir in die Woche vor Ostern, in die Karwoche, in der Jesus gefoltert und hingerichtet wurde. Jesus  wurde stellvertretend hingerichtet für all das,  was er über Gott sagte und darüber, wie wir gut miteinander zurechtkommen können und wie gutes Leben sein soll, über das Gott sich freut.

Beten Sie mit allen Menschen guten Willens:

 

Du GOTT des Friedens, wir rufen zu Dir,

weil es wieder Krieg gibt bei uns,

weil uns die Bilder von unseren Schwestern und

Brüdern in der Ukraine, von ihrem unendlichen Leid,

sprachlos machen,

weil wir befürchten, dass der Angreifer nicht

haltmachen wird.

 

 

Du GOTT des Lebens, wir bitten Dich,

dass Du dem Töten ein Ende setzt,

dass Du die Kinder, Frauen und Männer - dass Du

einfach alle Menschen bewahrst,

dass Du jene behütest, die aufgrund ihrer

Behinderung besonders schutzlos sind.

 

Du GOTT der Hoffnung, wir vertrauen Dir,

dass Du den Verantwortlichen Weisheit schenkst,

dass Du die Schuldigen zur Umkehr rufst,

dass Du den Menschen in der Ukraine einen Weg in die Zukunft weist,

dass Du den Menschen in allen Kriegsgebieten der Welt Frieden schenken willst.

 

Du GOTT der Liebe, wir danken Dir,

weil Du viele Menschen zur Hilfe bereit gemacht hast,

weil am Ende der Friede siegen wird

und unser Gebet zur Dir nicht vergeblich ist.

Amen!

Ihr

Volker Thiedemann, Pastor in Jevenstedt

 

 

 

Kanal-Kirchen-Wochenend-Kickoff vom 1. April 2022

Liebe Leserinnen und Leser!

Jesus und die Korruption

Schon früh zeichnet sich ab, dass Jesus damit rechnet, eines gewaltsamen Todes zu sterben. Er hofft, und das hat er seinen Jüngerinnen und Jüngern erzählt, in Gottes himmlisches Reich zu kommen, in eine Welt jenseits der scheinbar unüberwindlichen Wand des Todes.

Zwei seiner engsten Freunde, Jakobus und Johannes, nehmen ihn bei passender Gelegenheit einmal  beiseite: "Sag mal, Meister, wenn du in deinem himmlischen Reich angekommen bist, könntest du nicht dafür sorgen, dass wir, wenn es bei uns so weit ist, einen Platz zu deiner Seite bekommen?" Das klingt nach Amigo-Connection und Gschaftlhuberei,  und genauso ist es wohl auch gemeint. Die beiden Freunde wollen einen Vorteil aus ihrer Nähe zu Jesus herausschlagen, der sich auch in einem anderen Leben "bezahlt" machen soll.  

Als die anderen aus der Gruppe von dieser erwünschten Vorzugsbehandlung erfahren, sind sie zu Recht sauer.

Da rief Jesus sie alle zusammen und sagte:

»Ihr wisst, dass die, die als Herrscher über die Völker betrachtet werden, sich als ihre Herren aufführen und dass die Völker die Macht der Großen zu spüren bekommen. Bei euch ist es nicht so. Im Gegenteil: Wer unter euch groß werden will, soll den anderen dienen; wer unter euch der Erste sein will, soll zum Dienst an allen bereit sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben.« (Markus 10, 42-45).

Es ist eine Absage an Macht und Kontrolle über andere, für die sich Jesus hier stark macht. "Schaut nicht so sehr darauf, was euch nützlich ist, sondern vielmehr darauf, womit ihr anderen dienen könnt, denen es nicht so gut geht, wie euch!"

Das sind Worte, die wie gemacht scheinen für unsere gegenwärtige Weltlage.

 

Herzliche Grüße   Ihr Pastor Michael Friesicke-Öhler

 

 

Kanal-Kirchen-Wochenend-Kickoff vom 25. März 2022

Liebe Leserinnen und Leser!

Das ist meine Zahl der Woche: 100.000.000.000

100.000.000.000 € ist der Bundesregierung das Muskelspielen mit Waffen wert. Nicht jedem, das ist klar, viele haben jetzt schon Ideen, wie das eigene Steckenpferd Teil des Programms "Investitionen und Rüstungsvorhaben" werden kann.

Die NATO wird für 100.000.000.000 € gefährlicher.

Das ist Wasser auf die Mühlen von Putin und alle Putin-Versteher. Aus einem Kampf der Systeme, dem Kampf um die Freiheit und Unabhängigkeit von Nationen, wird nun mit Deutscher Hilfe ein Wettrüsten. Als könnten wir Hyperschall-Waffen-Putin mit neueren oder mehr Waffen beeindrucken und in seinem Spiel schlagen.

Wird es denn nun auch für 100.000.000.000 € sicherer in Deutschland?

Ich glaube, jede Demonstrantin in Russland, jeder Soldat, der sich fragt, was er in der Ukraine eigentlich macht, selbst die Existenz Nawalnyjs und der verzweifelte Versuch, ihn mit dem Schein von Rechtsstaatlichkeit in berüchtigten Gefängnissen vermodern zu lassen, stellt Putins autoreferentielles Kartenhaus der I-make-Russia-great-again!-Politik mehr in Frage als jede zusätzliche Million für Rüstung.

100.000.000.000 € richtig investieren hieße der Ukraine 100 Milliarden für den Wiederaufbau zuzusagen. Bildung und Selbstbestimmung sind die Flügel der Freiheit und Worte, die Putin nachts nicht schlafen lassen.

Glasnost und Perestroika - Transparenz und Demokratisierung -, ein mündiges Volk ist das, was Autokraten fürchten. Die Ukraine ist diesen Weg in den letzten Jahren konsequenter gegangen als ihr Schwesterland Russland und soll nun dafür bezahlen.

Frieden wird es erst geben, wenn Russland sich wieder auf den eigenen Reform-Weg besinnt, der ja nicht nur die Teilung Deutschlands beendet hat, sondern die Freiheit für so viele Staaten in Osteuropa gebracht hat.

Dafür bete ich.

Pastor Rode Zimmermann-Stock